Suri, die im Herbst nach Graz kommt, Chemieingenieurwesen; traditionelles koreanisches Gebäck; koreanischer Beachcowboy vor Passagierhafen; Pohang Leuchtturm vor der Pohang Bucht vor der Pohang Stahlfabrik.

Erkenntnis Nummer 1.
Koreaner schauen nicht alle gleich aus. Eine der größten Sorgen, die ich hatte, war, dass ich ganz viele Leute kennenlernen werde, und beim nächsten Mal wenn ich sie treffe, wiederkennenlernen werde, und dann beim nächsten Mal... eh schon wissen. Ich hab bereits Koreaner in freier Wildbahn, ausserhalb ihres natürlichen Kontexts gesehen, und wiedererkannt, und gegrüßt. Mir waren Haare als Identifikationsfaktor immer wichtig, das funktioniert halt nicht so, aber die haben auch Gesichter, das tuts auch.
Erkenntnis Nummer 2.
Man fällt auf. Wenn man als Europäer sowieso, und als halbwegs großer, gestandener Europäer im speziellen, auf der Strasse geht, wird man angestarrt. Jetzt nicht von jedem, sondern nur von Leuten, dies nicht besser wissen, bzw. glauben, man erwischt sie nicht beim starren. Kleine Kinder auf eine ganz neugierige Art, die machen Augen, als kommt da jetzt der Weihnachtsmann mit Osterhasenohren;
pubertierende Jungen, die dann mal ein kurzes Hello! herüberwerfen, natürlich eine geschmeidiges Hi! zurückbekommen, und die dann natürlich die Helden der Nation sind, weil sie sich getraut haben, die Fremden anzusprechen, und noch dazu so erfolgreich, dass es eine Antwort ausgelöst hat;
und natürlich die, sagen wir mal als Altersgruppe "Maturantinnen", die im ersten Stock im KaffeeTeehaus sitzen, und durch das große Fenster die Leute beobachten, und von deren Blick man derartig verfolgt wird, als dass das schon gegen das Stalkinggesetz verstoßen würd.
Erkenntnis Nummer 3.
Man hat Haare. Immer. Ausnahmlos. Und wenn nicht, na dann hui. Man wird von Taxifahrern, und weiteren Random People darauf angesprochen, sei es auch nur mit der Geste, über das eigene Haupt zu streichen und dann auf meines zu zeigen. Das ganze geht so weit, dass es in Supermärkten kaum Duschgel zum kaufen gibt, nur hunderte verschiedene Shampoos, was meine Begeisterungsstürme dann doch in Grenzen gehalten hat. Auf jeden Fall tragen keine Haare sehr zu Nummer 2 bei.
Erkenntnis Nummer 4.
Man mag sich selbst. Und man mag Korea, und was das wichtigste ist man mag die Uni. Wenn man auf der Strasse sagt, man geht auf diese Uni da, dann ist man sowieso gleich gottgleich, ich glaub die wollen da wirklich alle drauf. Erst heute zum Beispiel, da war quasi der Ganze Jahrgang der Erstsemestrigen (und die paar Internationalen halt) versammelt, und alle (ausser die Internationalen halt) haben eine Schwarze Kutte mit POSTECH Logo getragen, und die Fakultätsleiter auch in Robe, die natürlich bunt und gepimpt bis zum gehtnichtmehr, inklusive dem lustigen Akademikerhut.
Das ganze hat Flair gehabt, irgendwo zwischen Harry Potter, Start des Zaubererjahres und Sektenmeeting. Und zu Beginn kommt der Dirigent auf die Bühne, und alle stehen auf, und unter dem mahnendem Schwingen des Dirigentenstocks singt die wissenshungrige Meute die koreanische Nationalhymne, Hand aufs Herz, eh klar. Dann Rede vom Presidenten der Uni, gefolgt vom Schwur aller Studenten, dass sie wohl brave Studenten sein werden, und dann Stargast, der President von LG Electronics (danke für meinen tollen PC Monitor). Der hat dann erzählt, wie er als Kind Radios gebaut hat und dass seine Frau ihn mit einem Radiostationsset inklusive Großantenne begraben will. Und sein Scherz: Glücklich sein. Glücklich sein bedeutet, genau das zu tun, was man tun möchte. Oder wenn eine Million Menschen das verwendet, was du erfunden hast.
Dann war noch das Indoorfeuerwerk zur Eröffnung des bilingualen Campus, und jetzt müssen alle Englisch sprechen so quasi, also zweite offizielle Sprache. Und die haben große Ambitionen, wirklich eine der besten Unis der Welt zu werden, einerseits mit der zweisprachigkeit, andererseits kauft man einen Nobelpreisträger nach dem anderen, damit wohl auch ein bisschen was weitergeht. Das Nationale Fernsehen war auch da, also wird der Stefan heute Abend wohl über den ein oder anderen koreanischen Bildschirm huschen, weil man ja Internationalität auch zeigen will (Erkenntnis Nummer 2 und 3). Und eine japanische Doku wird auch gemacht, also klass ins japanische Universum kommt man auch noch "Die Fremden an der TopUni, ein Studie." Supi.
Dann hats ein Buffet für die Internationalen gegeben, das hat alle Stückerl gespielt, da hats wirklich alles gegeben. ALLES.
Erkenntnis Nummer 5.
Schnecken schmecken nicht so schlecht wenn man nicht daran denkt, dass sie Schnecken sind.
hm.. die aufregung über die fremden erinnert mich irgendwie an die zeitungsinterviews für die serbische zeitung die wir damals gegeben haben.. :)
AntwortenLöschen