Freitag, 5. März 2010

Blubb Blubb toter Fisch :O

Also dann, Routine.
Mit Dienstag nachmittag ist es dann bei den Vorlesungen losgegangen, die erste gleich bei dem mich betreuendem Professor, der spricht ein so schönes amerikanische Englisch, ich war da ja gleich der glücklichste Mensch im Raum, weil je englischer das English, desto weniger scheinens die koreanischen Mitstudenten zu mögen, die bevorzugen eher ihr "Konglish" (so nennens sie selbst), das Englisch mit koreanischer Aussprache. Hört sich schon lustig an, ist aber vom Informationsgehalt vernachlässigbar.
Das war auch der Grund, jetzt doch einen Kurs zu wechseln, weil in der einen, der Orgen, hat mir der alteingesessene Professor doch durch die Blume zu verstehen gegeben, dass ich eigentlich gar nicht sooo erwünscht bin, und nur wegen mir Englisch reden findet er auch überhaupt nicht toll. Eine Stunde Konglish später war dann alles geklärt, und ich hoff, die anderen Vorlesung werden nicht so eine linguistische Vergewaltigung.
Der Rest, was passiert ist, war Gastronomie.
Nachdem wir unsere Ausweise (liebevoll Alien-Registration-Card) und damit auch unsere Pässe wieder in diesem schnuckeligen Amt besorgt haben, haben wir uns noch den örtlichen Fischmarkt vorgenommen. Der ist dann nicht örtlich gewesen, eher städtisch, fast schon national. So viel Fisch auf einem Fleck, und dazu noch Spezialitäten aller Art, von Aal bis Zündholzschachtel gibts da alles. Die eine Stunde, die dafür eingeplant war, war viel zu schnell vorbei, durch verschiedene Reisbäckereien haben wir uns durchgekostet, und das übliche freakige Essen des Tages hab ich natürlich auch gekauft.
Am Abend waren wir dann chinesisch essen, was aber gar nicht chinesisch war, sondern koreanisches chinesisch, und das ist ganz ganz anders als echtes chinesisch. Aber, Seegurke ist gut. Morgen gehts bei Regen und einstelligen Temperaturen an den Strand für 24 Stunden, das wird lustig.

Eigentlich wars das schon, aber weil das so kurz und unlustig war, noch zwei Geschichten aus dem Alltag.
Wenn man ein sich ein Auto leihen will, geht man zum Autoverleih. Dass sich der hinter dem doch internationalen "Oto Lendekka" (ausprechen und erraten, was gemeint is, englisch denken) verbirgt, fordert die Sudokuzellen. Weiters, Dialog im Bus, nachdem ich mit meinem doch unwiderstehlichen Scharm zwei 18jährige dazu gebracht habe, uns anzusprechen: "Where you from?" "Austria, not Hodschu (heisst "nicht Australien")". Zeigt auf sich und ihre Freundin: "Wimin Soka". Na das war mal ein Dialog, danke für die Info.

Es gibt keine Clubs in Pohang. Also nix Party, Hip Hop, Disco, nix, auch da, Zucht und Ordnung. Nur an gewissen Anwesen gibts ein bisschen ein Unwesen: Nacht Clubs. Und Nachtclubs funktionieren so:
Man geht als Mann in den Nachtclub, zahlt vielleicht ein bisschen Eintritt. Man geht als Frau in den Nachtclub, zahlt keinen Eintritt. Man geht als Mann zur Bar, bestellt ein Getränk... und eine Frau dazu. Man bekommt vom Kellner das Getränk, und er holt eine Frau, die da ist, stellt sie neben dir hin, und dann redet man. So lernt man in Korea neue, fremde Leute kennen, vielleicht den Partner fürs Leben.

GEILSTES. VOLK. EVER.

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