Reisen hat in Korea hat einen ungeheuren Komfortwert, in den Reisebussen gibt es nur 3 Überkomfortable Sitze pro Reihe, die einen alles um sich herum vergessen lassen und ein wahrliches Reisevergnügen bescheren. Nach einer längeren U-Bahnfahrt haben wir uns dann in unserem Hostel namens Zen-Backpackers niedergelassen. Der Besitzer, ein sehr sehr gemütlicher, sicher keine 30 Jahre alter Alternativkoreaner hat da was eingerichtet, das seinesgleichen Sucht. Nicht mehr als eine größere Wohnung, von der drei Zimmer zu Gästeräumen umgebaut wurden, er selbst lebt im vierten Zimmer, ist dieses Hostel im 15. Stock eines Riesenwohnkomplexes wohl das gemütlichste Schlafplätzchen, dass ich je um 20€ pro Nacht besucht habe. Ein voller Kühlschrank inklusive Selbstbedienungsanweisung, wenn man will eine Playstation, und ein kleiner Balkon mit Aussicht über einen Teil der Stadt.
Beim Tempel hats dann die obligatorischen Stände gegeben, die Waffeln und andere tolle Speisen verkauft haben, und dann ist schon die Statuenorgie losgegangn, die 12 Tierkreiszeichen der fernöstlichen Astrologie, ein paar größere, andere Dinge, und natürlich sehr viel Buddha. Das dürft eine wirkliche Pilgerstätte sein, viele Leute haben gebetet, viele kleinere und größere Geldspenden gemacht, die interessanteste Form war ein kleiner Bach, in dem zwei Statuen mit mit Wasser gefüllten Behältnissen standen, und die Leute haben von der Brücke darüber aus versucht, ihre Münzen in die Behältnisse zu werfen. Keine Frage, dass ich da selbst sehr viel Geld (sicher einen Euro, aufgeteilt auf 10 Münzen) gelassen hab.
Nach ein wenig einkaufen und essen sind wir dann ins Hostel zurück, wo ich das Sonderservice des Hauses in Anspruch genommen hab, einmal gratis Fortunetelling, eine gratis Lebensanalyse, computergestützt und berechnet durch meine Geburtsdaten. Der hat mir dann tolle Sachen erzählt über mich, bis auf ein paar wenige, wo er nicht so ganz richtig gelegen ist, war er großteils recht gut, jetzt weiß ich, dass zwei meiner vier spirituellen Symbole feurig sind, dass in meinem Realleben zwei Affen, ein Hund und ein Tiger miteinander kämpfen, und dass es für mein Seelenheil gut wäre, wenn ich in eine Stadt mit großem angrenzenden Gewässer ziehen würd. Und Kreuz- und Nackenschmerzen werd ich haben, wenn ich zwischen 60 und 70 Jahre alt bin. Na bumm.
Um 1 sind wir dann ins Bett, noch getratscht bis irgendwann, was dann auch vom Max quittiert worden ist mit einem "dir geht das schon ab, das vor dem einschlafen mit wem reden". Recht hat er, der Inder ist ja dann doch nicht so die Quasseltante. Geschlafen wie ein Baby, ohne Ohrenstöpsel, das war wie Weihnachten.
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