Donnerstag, 8. Juli 2010

How to do a Korean girl?

You don't.

Seoul, mmm Großstadt. Und man hat meinem Unterbewusstsein angemerkt, dass es irgendetwas zu kompensieren hatte, irgendetwas, das in den letzten Monaten viel zu kurz gekommen ist, etwas, was eigentlich von Anfang an geplant war: Party.

Kapitel eins war die Abschiedsfeier von unserem libanesischen Kommilitonen, den die Uni wieder in die Wahlheimat Deutschland gerufen hat. Natürlich die Gelegenheit am Schopf gepackt, und die illustre Männerrunde hat sich ins Univiertel aufgemacht, um zu sehen, obs überall in Korea einen Aufregungsgrad vergleichbar zu dem in Pohang hat, oder ob Leute auch irgendwo wirklich leben.
Sie tun's. Und wie.
Nur um meine These zu untermauern, dass dort auch wirklich immer was los ist, war ich sicherheitshalber an 5 verschiedenen Abenden in der Gegend, zwecks der Stichprobe, und immer, wirklich immer, würd der Bär steppen, wenn er da wäre.
Bekleidungsttechnisch bewegen wir uns in dieser Gegend der Stadt eher auf Dritte-Welt-Niveau, nicht zwecks des Aussehens, sondern bezüglich der Stoffmenge. Aus fünf, sechs dieser Miniröcke könnte man schon ein annehmbares Kleidungsstück für den europäischen Raum zaubern.
Nebenbei ein bisschen herumtouritifiziert, das hat sich aber alles in einem angenehmen, nicht allzu stressigen Rahmen gehalten.

Sportlichen, ach was sag ich, athletischen Höhepunkt der lustigen Koreaaufarbeitungsreise hat unser Fahrradtrip im hübschen Örtchen Gyeongju dargestellt. Diese haben wir uns ausleihenderweise besorgt, und schon sind wir an das 5 Kilometer entfernte Resortseechen gefahren, wo sich Hotels und Freizeitanlagen aneinanderkuscheln. Was uns der LonelyPlanet und auch zwei lokale Taxifahrer empfohlen haben: einen Schiessstand.
Und dort ists passiert. Ich hab das erste mal in meinem Leben eine Waffe abgefeuert. Und ja, ich war beim Bundesheer.
Wir haben eine standesgemäße Aufteilung der Schusseisen gewählt, für den Reisegefährten ist es das österreichische Qualitätsprodukt Glock 17 geworden, ich hab mich für die Magnum entschieden. Ja, Bumm hats gemacht.

Das nächste Ziel war ein Tempel, der nur so 10 Kilometer entfernt war. Steigung ist eine Schlampe, aber wir waren doch glücklich als wir zerstört von Halbbergstrassen im Angesicht eines zufriedenen Buddhas der Erleuchtung ein kleines Stück näher kamen.
Am Abend dann weiter nach Busan, und das Quartier, das auf den klingenden fast schon Pornonamen "Queens Motel" hört, ist das mit Abstand beste, was ich lebetechnisch je in Korea erlebt hab. Zimmerservice, große, saubere Sanitäranlagen, Kühlschrank, Wasserspender... alles was dass Herz begehrt. Da will man gar nicht mehr weg. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum wir heute das Zimmer kaum verlassen haben, nicht das ewig lange Fortgehen mit ein paar noch in Pohang resitierenden Praktikumsstudenten.

Den Mitreisenden Matthias, der den ganzen Unfug mit mir treibt, lasse ich an dieser Stelle herzlich grüßen, obwohl er eigentlich eh zwei Meter neben mir Fussballwiederholungen anschaut.
Lustig wars mit ihm, hat mich sehr gefreut das er einen Teil der Reise mitbeschritten hat. In Seoul sind wir noch ein bisschen fortgegangen und haben uns noch das eine oder andere Styleviertel angeschaut, und jetzt, auf einmal, ist schon wieder alles anders. Jetzt, der Moment, an dem es wirklich vorbei ist mit Korea. Jetzt, drei Tage, ein Fussball-WM Finale und eine kleine Flugreise später, sitz ich in Peking, und ärger mich, dass meine Internetkünste nicht dafür reichen, Fotos in den Blog zu laden.
Wird wohl ein wenig Text-only werden in der nächsten Zeit...

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