Gesprochen hat diese Worte ein südafrikanischer Mittelschulenglischlehrer, der uns im Laufe des Semesters kennen und schätzen gelernt hat. Den Auftrag, die Heimat würdig zu vertreten, haben wir wohl zufriedenstellend erfüllt. Im Haus hat unse Arc de Bierumpfe sicher auch das seinige dazu beigetragen.
Die Regelmäßigkeit meiner geistigen Ergüsse hat mit der Zunahme der Prüfungen und finalen Hausaufgaben stetig abgenommen, aber jetzt, jetzt ist's vorbei. Ein Gefühl von Freiheit, das selbst William Wallace wohl nur entfernt erahnen könnte. Der generelle Abschied von der Universität fällt sehr sehr anders aus , als der Aufbruch im Februar. Wie es sich für eine gute internationale Freundschaft gehört, wurden Versprechungen gemacht, sich gegenseitig zu besuchen, Reunionen zu veranstalten, gemeinsame Urlaube zu planen. Wenn sich auch nur die Hälfte dieser Pläne in die Realität umsetzen lassen, wird mir nie mehr langweilig in meinem Leben, und Reiseziele hab ich auch 1001.
Um diese IN KEINSTER WEISE übertriebene Zahl auch wirklich zu erreichen, wird heute noch der Ruckusacku gepackt und morgen geht's dann auf die Insel. Die hört auf den klingenden Namen Jeju (Tschetschu) und ist sowas wie das koreanische Sommeräquivalent von Kitzbühl. In der Mitte steht ein Vulkan, aus dem zwar kein flüssiges Gestein kommt, aber, wenn man den diversen Lebensmittelherstellern glauben schenken will, ein Niagarawasserfall an frisch verpackten Mineralwasser. Bin ich mal gespannt, wieviele Quellen dort wirklich vorhanden sind. Am Montag wird dann per Massentransportfähre über Nacht zurück nach Festlandkorea übersetzt, wo dann so lang mit der Französin und dem Max herumgereist wird, bis es die erstere in die Heimat und es den Landsmann in die Abgeschiedenheit zieht, weil die Manu, die Angetraute, dann kommt und wohl 4 Monate Beziehung nachholen will. Meine Einsamkeit wird aber nur einen Abend andauern, weil dann wird man sich wieder mit den anderen Franzosen feiern, und deren Abschied richtig begießen.
Die selben Franzosen werden dann auch noch zum Flughafen begleitet von mir, nicht zwecks der Sentimentalität (die natürlich gegeben ist), sondern weil ich dann Abholservice Spiel, und den Amigo Matze abhol und seinen Jetlag und Kulturschock genießen werd. Dann wird gereist, dann kommt noch China und Japan, aber das wird in näherer Zukunft gesondert behandelt werden.
Der Fakt, dass wir gestern der koreanischen Post das Geschäft ihres Lebens verpasst haben und das meine Eltern noch immer glauben, ich schick ihnen 40 Kilo Kleidung und Andenken, haben es mich dann endgültig einsehen lassen,
Es hat ewig gedauert bis sich das Gefühl von Zufriedenheit gesetzt hat. Jetzt ist es vollkommen realisiert, und nicht mehr die obige Reise, die immer als Zuckerl am Ende des Aufenthalts gedient hat, ist der einzige Grund, hier zu sein; die Leute, die das tägliche Leben farbig gemacht haben, haben alle mit ihren Charakteristiken und Eigenheiten das Semester zu einem unvergesslichen gemacht, ganz unabhängig davon, was jetzt noch kommt.
Und in 6 Wochen schon wieder vorbei. Die Zeit wird fliegen. Und dann wieder daheim. In the greatest mothereffin' country in the world.
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