Montag, 12. April 2010

Die spinnen, die Kor...

Ruhe ist eingekehrt auf dieser Seite, und man glaubt es kaum, es liegt nicht am Motivationsmangel. Die ist sogar in Überdosen vorhanden, mit dem Geld gehts bei diesen Billigpreisen eigentlich auch halbwegs dahin, der Faktor, der limitiert, ist die Zeit.

Exkurs ins Bildungswesen.
Ich versuch ja, das ganze hier halbwegs jugendfreundlich und schimpfwortfeindlich zu halten, aber mangels besserer Beschreibungsmöglichkeiten muss es wohl sein. Also als koreanischer Mittelschulschüler ist man gefickt.
Aber.
so.
richtig.
Man will natürlich auf eine gute Hochschule gehen, der Preis dafür ist wohl die Jugend. Der Alltag schaut so aus, gemütlich um halb 8 Uhr morgens wird der Schultag begonnen, zwischen den einzelnen Schulstunden hat man des öfteren etwa 45 Minuten Pause, und siehe da, schon ist der Schultag wieder vorbei, eine halbe Stunde vor Mitternacht. Da geben aber nur die Faulen auf, weil danach gehts noch zum privaten Förderunterricht, damit die Grundlagen der verschiedenen Wissenschaften auch wirklich sitzen. Um 2 oder so gehts dann ins Bett, um am nächsten Tag wieder frisch und munter in den Tag zu starten.
Und Samstag, sowieso paradisisch, weil da ist nur von halb 8 bis 18 Uhr Unterricht, also quasi langes Wochenende.
Diese angenehme Arbeitseinstellung zieht sich dann auch über die Universitätszeit, so trifft man Leute, die schon manchmal auch 80 Stunden in der Woche im Labor verbringen. Mit denen kann man fortgehen, und dann darf man sich nicht wundern, wenns heisst, er geht noch schnell ins Labor Experiment starten, um 4 in der Früh.

Die internationalen Studenten werden fröhlich ins Arbeitsleben miteinbezogen. Am Anfang waren wir ja noch der Meinung, dass während des Semesters klass Zeit bleibt am Wochenende, Korea zu erkunden, ein paar Bücher zu lesen, sich selbst zu finden, Kontakte zu knüpfen. Das Bild hat sich innerhalb der letzten Wochen gewandelt, drastisch.

Die Koreaner nehmen das mit einer gewissen Lethargie hin, die sind das irgendwie gewohnt glaub ich, da gibts kein auf und ab, da gibts nur Arbeit Arbeit. Für den unvorbereiteten Europäer natürlich Kulturschock pur, mit Sahnehäubchen. Wenn man dann Samstag abends mit einer Französin ein Eis essen geht, weil das ja schon höchstes der Partygefühle, wird einem schnell klar, dass die Situation nicht nur für ambitionierte Österreicher arg is, alle die nicht den Drill in der Jugend mitgemacht haben, sind überrascht ob des Umfangs der Heimarbeiten.

Am Abend, vor dem schlafen gehen, gibts immer lange Gespräche zwischen den inzwischen zum alten Ehepaar mutierten Österreichern, man lebt nicht nur im gleichen Zimmer, man lebt in Symbiose, eine richtige Lebensgemeinschaft. Wie ich jemals wieder alleine schlafen soll, keine Ahnung... und (sorry, Manu ;) ob seine Freundin so ein Ersatz für mich sein wird, ich wage es zu bezweifeln...

Und so geht die Geschichte der Kämpfer weiter, die sich durch dieses komplett verrückte Bildungssystem schlagen. Gebeugt sind wir, gebrochen noch lange nicht. Also bis morgen oder so, dann schauts schlecht aus. Der Urlaub danach, der vielleicht sogar nach Thailand führen wird, wird verdient, erarbeitet, erobert sein. Das wird schön. Und jetzt gibts noch einen Keks.

3 Kommentare:

  1. THAILAND! Wo willst denn hin? Kenn da ein paar schöne Platzerln, die Robinson Crusoe Feeling aufkommen lassen!

    Jedenfalls - verrückte Koreaner... Spinnen komplett!

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  2. naja andererseits, in thailand is grad doch unruhig, weiß nicht so recht, kommt dann auch auf angebot von flügen und so an, aber wenn, dann hol i mir a paar geheimtipps :)

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  3. flieg nach kambodscha, da gibts wenigstens keine unruhen und leistbarer ists auch ;-)

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